Haben Sie den Durchblick?

Kennen Sie solche Situationen, wenn Sie angestrengt auf das Schild starren, um die Schrift darauf entziffern zu  können? Oder wenn Sie die Zeitung auf Armeslänge von sich entfernt halten müssen, um diese lesen zu können? Häufig kommen auch noch Kopfschmerzen hinzu, die sich zum Abend hin verschlimmern. Dies sind untrügliche Zeichen, dass Sie einen Sehtest machen lassen sollten, es könnte sich um einen Sehschwäche handeln. Beim Augenarzt oder Optiker können Sie schnell feststellen lassen, ob es sich bei Ihnen um Kurz- oder Weitsichtigkeit handelt und welche Dioptrien Sie für die Korrektur benötigen. 

Wer?

Eine Sehschwäche kann eigentlich jeden von uns treffen. Bei Kindern, die sich im Wachstum befinden, kann es vorkommen, dass der Augapfel nicht proportional mitgewachsen ist. Im Alter lässt die Sehkraft nach, weil Linse und Augenmuskel durch die normalen Alterungsprozesse an Elastizität verlieren. Früher wurden Kinder auf dem Schulhof als Brillenschlange verspottet und man sagte ihnen nach, dass es sie Streber seien. An dem Mythos, dass gebildete Personen häufiger Brille tragen, ist allerdings etwas dran. Wahrscheinlich trägt das Fokussieren auf einen nahen Gegenstand, wie beispielsweise beim Lesen eines Buches oder auf einem Bildschirm, zu dieser Entwicklung bei. Inzwischen hat sich die Brille allerdings längst zu einem Accessoire entwickelt, sodass man nicht wegen der Erfahrung aus der Kindheit auf Kontaktlinsen umsteigen muss. 

Wie?

Die klassische Art, eine Sehschwäche auszugleichen, ist natürlich die Brille. Bereits im Mittelalter machte man sich dafür die optischen Eigenschaften von geschliffenem Glas zunutze. Heutzutage hat sich das Glas nur noch in der Bezeichnung Brillenglas gehalten, diese sind häufig nämlich aus einem speziellen Plastik. Wer dennoch keine Brille tragen möchte, kann natürlich auf Kontaktlinsen ausweichen. Hierbei ist es allerdings wichtig, dass Sie die Linsen richtig anpassen lassen und so pflegen, wie es vom Hersteller angegeben wird. Ansonsten können Infektionen und schwere Schäden der Hornhaut die Folge sein. Bei richtiger Pflege und gutem Sitz können Kontaktlinsen das oranschreiten der Sehschwäche allerdings sogar verlangsamen. 

 

Was?

Je nachdem, ob Sie kurz- oder weitsichtig sind, werden die Gläser konkav oder konvex geschliffen. Im Alter kann es allerdings vorkommen, dass sich beides zusammentut. Und dann? Dafür wurde die Gleitsicht entwickelt, sodass in verschiedenen Bereichen des Glases die jeweilig unterschiedliche Funktion erfüllt wird. Dieses Prinzip ist inzwischen auch bei Kontaktlinsen möglich. Grundsätzlich wird bei Kontaktlinsen zwischen den zwei großen Materialgruppen  „weich“ und „hart“ unterschieden. An weiche Kontaktlinsen gewöhnt man sich schnell und sie bieten einen hohen Tragekomfort. Allerdings sind sie weniger sauerstoffdurchlässig, weshalb für lange Tragezeiten (am Tag und über Jahre hinweg) eher zu harten Linsen geraten wird, die nach einer längeren Eingewöhnungszeit ebenso bequem zu tragen sein sollten. 

Wann?

Da Brillen inzwischen auch modisch und schick sind, haben Sie eine große Auswahl an Gestellen und Farben. Wenn Sie nun eine Brille tragen, sieht Ihr Gesicht anders aus, das wusste auch schon Superman. Neben diesem ästhetischen Aspekt kommt hinzu, dass die Gläser im Winter beschlagen, bei Regen voller Tropfen sind und womöglich störend sitzen. So entscheiden sich durchaus einige Personen dazu, beide Sehkorrekturen im Wechsel zu tragen. Für eine besondere Gelegenheit können Ein-Tages-Kontaktlinsen eine unauffällige Alternative sein, bei denen Sie sich auch nicht um die Pflege kümmern müssen. Wenn Sie häufiger Sport treiben, bei dem Sie nicht einfach halbblind durch die Gegend laufen sollten, können Monatslinsen vielleicht weiterhelfen. Oder sollten Sie mal Ihre eigene Augenfarbe ändern möchten, können Sie farbige Kontaktlinsen oder solche mit Motiv wählen, beispielsweise um eine Verkleidung passend abzurunden. 

Was noch?

Es gibt jeweils Vor- und Nachteile, sowohl bei Brille als auch bei Kontaktlinsen. Da Sie bei eingeschränkter Sicht auch andere gefährden können, etwa beim Autofahren, sollten Sie unbedingt eine kompetente Fachberatung in Anspruch nehmen. Entscheiden Sie sich dazu, Kontaktlinsen zu tragen, lassen Sie sich die korrekte Pflege genau erklären und fragen Sie nach weiteren Tipps. Gehen Sie regelmäßig zu Optiker oder Augenarzt, um den Sitz der Kontaktlinsen und allgemein die angemessene Stärke der Sehhilfe zu überprüfen.